Carina Brygier will mit Stammzellspende Leben retten

Nachdem die 23-Jährige in Dickschied zur Typisierung bei der Stefan-Morsch-Stiftung aufrief, kann sie konkret einem Menschen im Kampf gegen Leukämie helfen

Unsere Carina macht gern Nägel mit Köpfen: Egal ob im Tanzverein eine Trainerin für die Kindergruppe gesucht wird oder wenn es darum geht, Leukämiepatienten zu helfen. Vor fast einem Jahr riefen Familie und Freunde der an Leukämie erkrankten kleinen Paloma zur Typisierung auf. Da ließ sich die 23-Jährige als mögliche Lebensretterin bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren.

Das Thema ließ ihr keine Ruhe. Ende April organisierte sie eine Typisierungsaktion in Dickschied. Da wusste sie schon, dass sie für einen Patienten als Spenderin in Frage kommt. Jetzt konnte sie spenden.

 

Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Jeder zweite Patient ist ein Kind oder Jugendlicher. Je nach Leukämieart variieren die Heilungsaussichten. Oft reicht die Behandlung mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung nicht aus. Dann ist die Übertragung  gesunder Blutstammzellen die einzige Hoffnung auf Leben.  Eine solche Transplantation ist aber nur möglich, wenn sich ein passender Stammzell- bzw. Knochenmarkspender zur Verfügung stellt, der die gleichen genetischen Merkmale hat, wie der Patient. Um über das Thema Stammzellspende zu informieren, sind täglich bundesweit Teams der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, unterwegs. Es geht darum, Menschen zu sensibilisieren, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen.

 

Mit der Stammzelltransplantation bekommt der Patient ein neues blutbildendes System. Die Stammzellen befinden sich im Knochenmark. Um sie zu übertragen, gibt es zwei Möglichkeiten: Die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Apherese heißt dieses Verfahren, das heute am häufigsten angewandt wird.  Bei der klassischen Methode - der Knochenmarkspende – punktieren die Ärzte den Beckenknochen des Spenders – niemals das Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde.

 

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. So werden täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der stiftungseigenen Spenderdatei von mehr als 400 000 potentiellen Lebensrettern weltweit vermittelt. Die Stiftung ist Mitglied der Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD).

www.stefan-morsch-stiftung.de

Viele Helfer und Spenden zugunsten der Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke

Nur ein kleiner Rest blieb von der Gulaschsuppe übrig und am Kuchen- und Getränkestand wurde am Sonntag im Dickschieder DGH auch kräftig zugunsten der Leukämie- und Tumorhilfe gekauft. Viele steckten Münzen und Scheine in die Spendenboxen der Stefan-Morsch-Stiftung und wer konnte, ließ sich als Stammzellspender bei der Stammzellspenderdatei registrieren – 52 Männer und Frauen sind jetzt mögliche Lebensretter für Leukämiekranke.

 

Jedes Jahr erkranken rund 11 000 Männern, Frauen und Kindern an Leukämie – allein in Deutschland. Der Vorstandsvorsitzende Emil Morsch erklärt: „Eine Typisierungsaktion wie in Heidenrod-Dickschied hat nachhaltige Wirkung. Vielleicht wird in wenigen Wochen oder Monaten ein Spender, der sich hier typisieren ließ, einem Menschen Hoffnung auf Leben schenken können."

 

Carina Brygier hat mit ihrer Idee, eine Hilfsaktion für Leukämiepatienten zu organisieren, die Bürger in Heidenrod bewegt. Die Gemeinde, der Ortsbeirat Dickschied, Firmen, Vereine und Freunde haben die Aktion tatkräftig und mit Spenden unterstützt. Bereits vor der Aktion wurden rund 500 Euro an Spenden überwiesen.  

Ein riesiges Dankeschön an die mehr als 20 Helfer, ohne die es nicht möglich gewesen wäre!